Einkaufen mit Hindernissen

Heute habe ich die Gelegenheit genutzt und bin ohne Kinder einkaufen gegangen.

Am Samstag ist es nicht anders als in Deutschland laut und voll. Hier fängt sogar der geduldige & höfliche Japaner mal fast an zu drängeln, um durch den Gang zu kommen.

Während es ja vieles im Mini-Format gibt, scheint es Äpfel nur in Super-Size zu geben.

Der halbe Laden besteht aus dem Angebot von Fisch & Fleisch, ein weiteres Viertel aus Fertiggerichten. Davon haben die Leute reichlich im Einkaufskorb. So gesund wie alle denken, scheint nicht jeder zu leben. Darüber hinaus sieht man vor allem wieder Plastik, Plastik und Plastik.

Es dauert eine Weile bis ich etwas, in meinen Augen, Essbares/Kochbares gefunden habe.

Der entschleunigende Teil beginnt dann in der Schlange vor der Kasse, wo man sich geduldig mit ausreichend Abstand einreiht. Während man in Deutschland gefühlt schon den Einkaufswagen des Hintermanns in den Hacken spürt und in das genervte Gesicht der Kassierin schaut, steht man hier einfach ruhig in Reih und Glied und wartet bis man höflichst aufgefordert wird, an die Kasse zu kommen. Dort STEHT die Kassierin (tatsächlich fast immer Frauen) nimmt die Produkte übervorsichtig aus dem Wagen, scannt sie sorgfältig und legt sie feinsäuberlich mit Bedacht zurück in den Einkaufskorb. Es ist faszinierend anzuschauen wie liebevoll mein Einkauf behandelt wird, den ich eine Minute später wieder völlig ohne Struktur und auf die Schnelle in meine Tasche werfe.

Darauf musste ich allerdings etwas warten, da mir nicht klar war, dass man in diesem Laden tatsächlich nur Cash zahlen kann. Nun musste ich der armen Verkäuferin klar machen, dass ich nicht zahlen kann, da ich es nicht gewohnt bin Bargeld bei mir zu haben. Sofort eilt per Knopfdruck Hilfe herbei, die mir erklärt, wo der ATM zu finden ist. Der spuckt allerdings nur meine Karte wieder und kein Geld aus, sodass ich notgedrungen über die Straße zum nächsten Bankautomaten laufen muss, wo es endlich klappt.

In der Zwischenzeit wurde mein Einkauf gründlich zur Seite gestellt und mit dem Kassenbon versehen, wo die Verkäuferin gleich wieder lächelnd auf mich zukommt, um mir die Einkäufe zu überreichen.

Ohne diese Freundlichkeit wäre ich vermutlich völlig entnervt, so ist mir einfach nur warm vom Hin- und Herrennen und freue mich auf frische Luft beim Heimlaufen!

S.L. @Luzi