Wer denkt nicht sofort an einen Kimono, wenn es um Kleidung in Japan geht? So farbenfroh wie man denken könnte, geht es im Alltag gar nicht zu.
Im Winter trägt man ausnahmslos schwarze Schuhe und schwarze Jacken oder Mäntel, sodass es unseren Kinder schon unangenehm ist, dass wir die einzigen Menschen mit farbigen Winterjacken in der Bahn sind. Darunter trägt man ebenfalls schwarz, vielleicht mal ein gewagtes schwarz-weiß gestreiftes Oberteil oder auch dunkelblau, wenn man richtig aus der Reihe fallen will.
Diese Kleidungsordnung ändert sich schlagartig, sobald das Thermometer 20 Grad Celsius anzeigt. Dann tragen Männer wie Frauen, alt und jung, plötzlich ausschließlich weiß oder wahlweise beige.
Auffallend ist nicht nur der konsequente Farbwechsel. Tatsächlich wird die Kleidung länger je wärmer es wird. Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein, läuft der deutsche Expat im T-Shirt durch den Park, während der Rest der hiesigen Bevölkerung in langen Hosen, Longsleeves & Handschuhen gekleidet ist. Im Winter geht es da definitiv freizügiger zu.
So unscheinbar die Farbwahl bei der Kleidung, so bunt die Farben der zahlreichen Anhänger an den Handtaschen und Rucksäcken. Erstens sieht man hier niemanden, aber auch wirklich niemanden ohne eine Art von Tasche rumlaufen. Zweitens ist bei dem Accessoires Nummer 1, der Schlüsselanhänger, in Farbe, Form und Anzahl keine Grenze gesetzt.
Ich frage mich wie das mit den schlichten Outfits und vor allem dem sonst so ausgeprägten Sinn für Hygiene zusammenpasst. Während Mathea einen Anhänger süßer findet als den anderen, schüttelt es mich bei dem Anblick der plüschigen Accessoire meist nur.