Preisfrage: Interkulturelles Wissen Japan
Warum bekommt man als Gast einer Trauerfeier nach der Beerdigung von der Familie des Verstorbenen ein Päckchen Salz für zu Hause geschenkt?
Warum bekommt man als Gast einer Trauerfeier nach der Beerdigung von der Familie des Verstorbenen ein Päckchen Salz für zu Hause geschenkt?
Keine Frage habe ich bisher häufiger gehört.
Auch wenn wir erst seit 10 Monaten im Land der aufgehenden Sonne wohnen, kann ich allen anderen, die seit unserer Ankunft von Herbst und Winter in Japan schwärmen, nur zustimmen: Reist im Herbst.
Das will man als Lehrer oder Familie natürlich nicht hören, aber es ist mit Abstand die schönste Jahreszeit!
Während man bei der Zeit der Kirschblüte mal mehr und mal weniger Glück haben kann und die Hortensien wegen Hitze und Moskitos nicht richtig genießen kann, ist der Herbst einfach ein Traum. Wenig Regen, viel Sonne, klare Luft, gute Sicht, traumhaftes Licht. 🍂
Auf der größten Kunsthandwerksmesse Asiens in Tokio gab es neben einigen Accessoires, die nur Japaner gebrauchen können, tolle live Kunst und eine erweiterte Geschäftsidee zum Thema deutsche Supermarkttasche.
Hat man beim Deutschlandbesuch nicht ausreichend Jutebeutel an der Kasse vom Discounter erworben, um seine Miete in Tokio zu zahlen, nimmt man einfach ein blanko Exemplar und druckt hübsche ja-Milchtüten drauf. Fertig ist die Verkaufsware für den Designmarkt.
Die Standbesitzerin hat gleich erkannt, dass die ja-Milchtüte und ich aus dem gleichen Land kommen und war ganz entzückt vom Verpackungsdesign des Discounters. Leider war keine Zeit über den Erfolg ihres Businesses zu sprechen, da ein Kunde dazwischen kam, der sich ernsthaft für die selbstdesignte ja-Tasche interessiert hat und nicht nur Fotos gemacht hat wie ich.
Immer schön, ein Stück Heimat in der Fremde zu finden!
























Ein kleiner Abstecher in unsere alte Heimat!
Mit 37 Millionen Menschen ist Tokio (Großraum Tokio - Yokohama) die bevölkerungsreichste Stadt der Welt. In Shanghai leben nur 6,5 Millionen Menschen weniger. Auch wenn sich die Anzahl der Menschen nicht groß unterscheidet, könnten die beiden Städte kontrastreicher nicht sein.
In Tokio ist es eng, voll (leider auch durch viel zu viele Touristen), geordnet und ruhig! Während Rücksichtsnahme so groß geschrieben wird, dass es manchen Japaner buchstäblich um den Verstand bringt, ist sich in Shanghai nach wie vor jeder selbst der Nächste. Es ist wuselig, laut und bietet verschiedenste Geruchserlebnisse.
Obwohl Shanghai optisch noch viel traditioneller wirkt, ist dort die Digitalisierung in vollem Gange, während in Tokio die Liebe zum Papier und Verbrennungsmotoren nach wie vor groß ist.
So groß die Kontraste auch sind, man kann beide Metropolen genießen!





































Auf dem Romantic Fleamarket in Tokio hab ich mir eher ein paar gute Schnappschüsse als Schnäppchen erhofft, tatsächlich war’s aber ein Anstoß für eine neue Geschäftsidee.
Da die Preise für Reis nur so in die Höhe schnellen, muss man ja sehen wie man zu Geld kommt und so hat sich die eine Standbesitzerin gedacht, sie macht einfach den Jutebeutel aus dem deutschen Supermarkt zum neuen MUST HAVE der tokioter Designszene.
So findet man dort den, noch nie ansprechend gewesenen, tegut Beutel, den jeder Hesse im Küchenschrank hat. Natürlich wird auch Design ausm Ländle angepriesen, auch wenn der Landkreis Ludwigsburg einen ebenso wenig attraktiven Aufdruck gewählt hat wie die Konkurrenz aus Hessen. Diese unglaublichen Raritäten können für knapp 14,00 €, also aktuell etwa 5kg Reis, in Tokio erworben werden.
Ihr könnt ahnen, wo mich mein erster Weg hinführt, wenn ich das nächste Mal in Deutschland bin. Ich hoffe, ihr klaut mir die Idee nicht und ich werde noch ausreichend Stoffbeutel an der Supermarktkasse vorfinden. Ihr könnt aber auch gern Partner werden und schon mal ein paar Taschen bei BOSCH, Daimler, Ferrero & Co. mitgehen lassen. Allerdings wird nur die Stofftasche mit dem EBS-Logo als Luxusprodukt laufen!





Ob bei Helge Schneider noch Reis auf den Tisch kommt, weiß man nicht, bei den Japanern auf jeden Fall immer weniger.
Gerade beginnt die Erntezeit und trotz guter Frühernte, wird der Reispreis wieder steigen und so hoch wie nie sein. Ein Hauptgrund dafür sind lange Dürrephasen aufgrund des Klimawandels.
Weniger wohlhabende Menschen steigen daher auf Brot oder japanische Pfannkuchen als Beilage um, um bei den Lebensmitteln Geld einzusparen. Unvorstellbar, wo Reis in Japan doch seit über 2000 Jahren Hauptnahrungsmittel ist! Das schlägt sich auch in der Sprache nieder, wo “gohan o taberu” als “Essen” oder “Mahlzeit” ganz allgemein verwendet wird, obwohl es eigentlich “Reis essen” bedeutet.
Ich werde nach den neusten Nachrichten zum Reispreis wohl nochmal mit Schere statt mit Kamera am Reisfeld vorbeilaufen!


Während Mathea heute mit großen Schritten und Vorfreude ihrem ersten Schultag entgegenläuft, ist ein eher dunkler Tag für viele japanische Schulkinder.
Am 1. September, dem Ende der Sommerferien und dem Beginn des 2. Trimesters des Schuljahres in Japan, ist die Suizidrate bei Schulkindern besonders hoch. Viele Kinder kehren an diesem Tag in ein schulisches Umfeld zurück, das von Mobbing, Leistungsdruck oder sozialer Isolation geprägt ist. Der psychische Stress, vor allem durch „Ijime“ (Mobbing), ist für manche so belastend, dass sie keinen Ausweg mehr sehen. Der 1. September steht daher symbolisch für den Druck, den das Schulsystem auf Kinder ausüben kann.
Immerhin gibt es mittlerweile Initiativen, die Schutzräume und Unterstützung bieten, denn tatsächlich bekommt man vor Ort mit welch großem Druck die Schulkinder ausgesetzt sind, auch wenn man sich in der Blase der Deutschen Schule aufhält!




Bon Odori ist ein traditioneller japanischer Volkstanz, der während des Obon-Fests im Sommer aufgeführt wird. Das Obon-Fest ist ein buddhistisches Fest, bei dem man der verstorbenen Vorfahren gedenkt.
Der Tanz ist eine Möglichkeit, die Geister der Ahnen willkommen zu heißen und gemeinsam mit ihnen zu feiern, bevor sie wieder in die spirituelle Welt zurückkehren.
Das haben wir gestern im Rinko Park in Yokohama gemacht!












Was ist das und wofür ist es gut?
Am 7.7. ist das Star Festival!
Es feiert die Begegnung der Gottheiten Orihime und Hikoboshi (repräsentiert durch die Sterne Vega bzw. Altair).
Der chinesischen Legende nach trennt die Milchstraße diese Liebhaber, und sie dürfen sich nur einmal im Jahr am siebten Tag des siebten Mondmonats des Mondkalenders treffen.
Die Menschen feiern diesen Tag in Japan, indem sie Wünsche auf Tanzaku, kleine Zettel, schreiben und sie an Bambus hängen.
Mathea hofft nun inständig, dass ihre Wünsche heute in Erfüllung gehen!
Wer Mangas mag oder sich für Japan interessiert, weiß, dass die Manga-Künstlerin in Ryo Tatsuki für den (5.) Juli 2025 ein großes Erdbeben in einem ihrer Comics vorhergesagt hat.
Warum man so einer Geschichte glaubt? Bereits in einem älteren Comic mit dem Titel: “ Die Zukunft, die ich sah” hat die Künstlerin eine Katastrophe im März 2011 vorhergesagt und tatsächlich kam es zu diesem Zeitpunkt zu einem Erdbeben samt Tsunami und der Katastrophe in Fukushima.
Entsprechend angespannt, sind diejenigen, die an diese Vorhersagen glauben, in diesem Juli. Es gab sogar zahlreiche Stornierungen von Reisen aufgrund dieser Geschichte.
Mit den heutigen technischen Mitteln ist es bisher nicht möglich den Zeitpunkt eines Erdbebens vorherzusagen. Mit einer 70- bis 80- prozentigen Wahrscheinlichkeit könnte sich jedoch innerhalb der nächsten 30 Jahren ein großes Erdbeben der Stärke 8-9 entlang des Nankai-Grabens ereignen, dass deutlich schlimmer erwartet wird als das Beben in 2011.
Wir hoffen einfach, dass wir bis dahin wieder in einer Region leben, in der man keine Erdbeben zu befürchten hat.
Schon mal den Einkaufswagen ordnungsgemäß in der Schlange vorm Supermarkt aufreihen und sich noch ein bisschen auf der Sitzbank erholen. Sehr pragmatisch bei den sommerlichen Temperaturen!
Dass man vorm Supermarkt nur Rentner und Hausfrauen antrifft wundert nicht, wo dieser erst um 10:00 Uhr öffnet, wenn alle anderen schon längst auf der Arbeit sein müssen.
Für meinen Biorhythmus sind diese späten Öffnungszeiten nichts, aber es gibt ja zum Glück an jeder Ecke Convenience Stores, in denen man fast rund um die Uhr einkaufen kann!
Wenn man denkt, der Aufzug könnte einem einen Moment der Erholung bieten, hat man sich geirrt. Bei der Nutzung des Aufzugs ist, zumindest in Japan, höchste Aufmerksamkeit geboten, wenn man nicht all zu negativ auffallen möchten.
Was also tun, wenn man mit dem äußerlichen Erscheinungsbild schon ausreichend Aufmerksamkeit auf sich zieht? Genau aufpassen!
Sobald sich die Aufzugtüren öffnen und man als erster vorm Aufzug stand, heißt es zügig handeln, da alle hinter einem plötzlich furchtbar nervös werden.
Also, schnellen Schrittes den Aufzug betreten und unverzüglich die „Tür öffnen-Taste“ drücken und so lange gedrückt halten bis auch der letzte eingestiegen ist. Gleichzeitig hält man mit der anderen Hand die Tür auf, um sicherzustellen, dass niemand von der Tür erwischt wird. Das ist nicht nur höflich, sondern manchmal auch nötig, da die Aufzugtüren oft schnell schließen und manchmal keine Lichtschranken vorhanden sind (auch wenn ich das noch nie erlebt habe).
Gleichzeitig muss man dafür sorgen, dass jeder sein Stockwerk auswählen kann, denn auch da bekommt man sonst umgehend Nervosität zu spüren, und schnellstmöglich den „Tür schließen-Knopf“ betätigt. Jeder weiß zwar, dass die Tür auch von alleine schließt, aber die „Tür schließen-Taste“ muss dennoch auf jeden Fall gedrückt werden.
Da es immer viele Menschen und viele Stockwerke gibt, hält man gefühlt in jedem Stockwerk an. Da beginnt das gleiche Spiel von vorn. „Tür öffnen-Taste“ drücken, Tür aufhalten, „Tür schließen-Taste“ drücken.
Während all dieser Handgriffe sollte man sich noch merken, wer nach einem eingestiegen ist, da im Falle eines vollen Aufzugs, derjenige den Aufzug als erstes verlässt, der ihn zuletzt betreten hat.
Wer es dann noch schafft daran zu denken, zunächst dem ältesten Mitfahrer (im Arbeitskontext dem Ranghöchsten) sowie eingeschränkten Personen oder Eltern mit kleinen Kindern, beim Aussteigen den Vortritt zu lassen (egal wie klein der Aufzug auch ist) und erst als letzter auszusteigen, wenn man die Drücker-Position innehatte, der hat wirklich interkulturelle Kompetenz bewiesen.
Derjenige, dem das zu kompliziert erscheint, nimmt einfach die Treppe!
Fernweh auf dem Ozeandampfer von 1929 mit ein wenig Titanic-Feeling.































Auch wenn der Tag der Toilette in Japan erst am 10. November ist, sind die öffentlichen Toiletten hier doch jederzeit einen Beitrag wert.
Wer denkt bei dem Foto nicht sofort an den Film „Perfect Days“ von Wim Wenders?
Die Umayabashi Public Toilet kommt in dem Film gar nicht vor, doch es gibt diese besondere Art öffentlicher Toiletten tatsächlich immer wieder, wenn man durch die Stadt läuft
Die Japaner stecken nicht nur viel Energie in die neuste Technik für die heimische Toilette, sondern auch in die Architektur für das stille Örtchen beim Stadtspaziergang.
Daneben gibt es zwar auch zahlreiche alte, völlig unattraktive Bauwerke, jedoch haben sie alle eines gemein: Die Sauberkeit - flächendeckend und ausnahmslos!












… einfach mal als japanisches Curry durch die Stadt laufen?
In Tokio lautet die Devise: Einfach machen!
Im Müllkrimi haben wir die nächste Stufe erreicht.
Als Hauptverdächtige hat man nun scheinbar die Ausländer entlarvt, die in diesem Hochhaus wohnen, denn nun kommt die Mahnung auf Englisch ins Haus geflattert!
Ich fürchte, damit könnte die Müllpolizei Recht haben.
Ich hab auf jeden Fall Besseres zu tun als Joghurtbecher mit Spülmittel und heißem Wasser auszuspülen, sie zum Trocknen aufzureihen, fein säuberlich zu stapeln und erst dann in den Müll entsprechenden Müllsack für Plastik zu werfen.
Das ist ihnen zum Glück noch nicht aufgefallen, und da es sich noch nicht um die zweite Mahnung samt schärferer Maßnahmen bei diesem Schreiben handelt, recycle ich weiter nach meinen Standards.
Ich bleibe bei der Haltung, dass in Japan doch mehr Energie in die Müllvermeidung als in die Mülltrennung gelegt werden sollte!
Nicht ohne Helm & Mittagsschlaf!
Fehlende Sprachkenntnisse sind hier leider keine Ausrede für fehlerhaftes Verhalten.
Man fragt sich, ob es die ganzen Regeln gibt, weil sich die Japaner so gern daran halten oder umgekehrt.
Auf jeden Fall fühlt man sich schnell einmal als würde man mit einem Fuß im Gefängnis stehen, wenn man ein Schild übersieht oder übersehen möchte. So rücksichtsvoll wie die Japaner sind, so aufmerksam sind sie. Gerade die älteren Semester weisen einen gern darauf hin, dass man gerade eine Regel bricht - und zwar nicht nur, wenn man schon am Abend statt in der Frühe den Müll rausbringt.
Die Kinder haben das auch schnell verstanden und stellen sich immer schön hinten in der Schlange an. Allerdings sind sie ebenso aufmerksam wie die alten Damen hier, wenn die Einheimischen nicht den Pfeilen auf der Treppe oder auf dem Radweg folgen und reagieren mit Unverständnis.
Falls man doch einmal wieder beim Regelbruch ertappt wird, hilft hier wie auch in jeder anderen Lebenslage: Lächeln, leicht verbeugen, sich entschuldigen und bedanken!












Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
Im 2. Weltkrieg zerbombt, dann „a place you should not go“ - Rotlichtviertel und Drogenumschlagsplatz - und heute Künstlerviertel mit Street Art, Bars & Cafés. Man könnte auch sagen „ein bisschen Tokyo in Yokohama“.
















In Japan liebt man Ordnung! So auch in Sachen Fahrrad.
Entsprechend erlebt man hier das Gegenteil von dem, was ich in meiner Studienzeit in Göttingen kennengelernt habe. Dort nahm man sich im Zweifel irgendein Rad, stellte es an irgendeinem Ort ab und fand es an einer gänzlich anderen Stelle wieder.
Das kann hier nicht passieren. Aus diesem Grund bin ich bisher in manche Ecke auch lieber gelaufen oder mit der Metro gefahren, da es mir schlicht zu kompliziert war, mein Fahrrad zu parken, und zu heiß einen Strafzettel zu riskieren. Da versteht die Fahrradpolizei nämlich genauso wenig Spaß wie die Müllpolizei bei der Mülltrennung!
Nun habe ich die Herausforderung angenommen und habe tatsächlich ganz offiziell geparkt und ein Parkticket erworben. Welch ein Erfolg!
Kleine Anleitung:
Man finde einen offiziellen Parkplatz und ziehe ein Ticket, auch wenn man nicht versteht für was und wie lange. Da der Automat nur eine Taste hat, ist die Anforderung des Tickets gar nicht so schwierig wie gedacht.
Was aber nun machen mit diesem Ticket? Die anderen haben es scheinbar am Rad angebracht. Macht Sinn, aber wie? Logisch, dort gibt es einen handlichen Tacker, der feinsäuberlich neben dem Automaten hängt. Im Gegensatz zu Tackern bei mir zu Hause oder in der Schule, ist dieser natürlich voll geladen und funktionsfähig. So klappt’s auch mit dem Anbringen am Rad und ich darf offiziell parken.
Was bleibt ist die Verwunderung über diesen Tacker, wo man an anderer Stelle einen vollumfassenden Service von Robotern erfährt. So springt man hier täglich zwischen Zukunft und Vergangenheit!
Den Schwaben unter uns ist übrigens sehr zu empfehlen, öffentliche Parkplätze zu wählen statt einer privaten Tiefgarage für Fahrräder. Während ich nun für schlappe 80¥ mein Rad für 24 Stunden abstellen darf (wie mir die Übersetzungs-App später verrät), hab ich auf dem Fahrradparkplatz einer Pachinko- Halle (Spielhölle) schon 300¥ die Stunde gezahlt. Aber gut, die Leute, die dort sonst parken, holen das Geld beim Glücksspiel sicher wieder rein oder kommen sowieso lieber mit dem Porsche zur liebsten Freizeitbeschäftigung der Japaner 🤑































































Da möchte man schnell zum Bankautomaten und Geld abheben, da Bargeld trotz aller technischer Möglichkeiten noch sehr beliebt ist, und findet eine Menschenschlange vor, in der man sich einreihen muss.
Erster Gedanke: “Ich stell’ mich doch nicht an, um Geld abzuheben. Nehme ich doch einfach den nächsten Automaten.”
Ist es aber Mitte oder Ende des Monats, hat man auch dort keine Chance Geld abzuheben und findet eine ebenso lange Schlange vor.
So stehen die Menschen auf dem Foto nicht wie ich dachte für den Supermarkt bzw. ein tolles Angebot oder Produkt an, sondern einfach nur vorm ATM, weils heute Geld gab.
In der ersten Maiwoche, der Golden Week, gibt es eine Aneinanderreihung von Feiertagen. Den Showatag, Tag der Verfassung, der grüne Tag und zum Abschluss den Kindertag. Der wurde im Kindergarten bereits heute vor der Feiertagswoche gefeiert, sodass Mathea wieder in ihrem Element war & das entsprechende Outfit gewählt hat.
Zum Feiertag hängt man Fahnenstangen mit drei Karpfen vors Haus, die Mutter, Vater & Kind (urspr. Sohn) symbolisieren.
Zum Glück ist der eigentliche Feiertag in den Ferien und den Kindern hat bisher noch niemand erzählt, dass die Eltern den Kindern an diesem Tag auch Geschenke machen.
Wir werden wir alle anderen 123 Mio. Japaner in dieser Woche verreisen und verbringen unseren ersten Urlaub auf Okinawa.


Am besten macht man einen Ausflug, wenn die deutsche Schule schulfrei hat und alle anderen arbeiten müssen. Während man am Wochenende an jedem einzelnen Spielgerät Schlange stehen müsste, hat man an diesen Tagen den Kinderpark bis auf ein paar Schulklassen für sich allein.
Die Schulklassen zu beobachten ist herrlich. Unglaublich wie geordnet auch da alles ablaufen muss. Immer wird in Zweierreihen gelaufen, so richtig frei bewegen dürfen sich die Kinder eigentlich nur mal auf dem Spielplatz. Dort wird auch peinlich genau darauf geachtet, dass nach der Benutzung der Geräte die Hände gewaschen werden. Das ist allerdings einfach, denn an jedem Spielplatz findet man Wasserstellen, meist sogar kleine Waschbecken sowie Trinkstellen und Toiletten. Einrichtungen, die schon alle Eltern mit kleinen Kindern auf deutschen Spielplätzen vermisst haben!
Neben Ordnung und Sauberkeit wird beim Schulausflug insbesondere auf die Dokumentation geachtet. Neben den Betreuern oder Lehrern werden die Schulkinder immer von einem Fotografen begleitet, der sie auf Schritt und Tritt verfolgt. So kann der eigentlich Ausflug erst richtig beginnen, wenn die Schulklasse am Ziel angekommen ist und sich zum Gruppenfoto aufgestellt wurde!
Man erkennt, dass auch hier deutlich mehr Personal eingesetzt wird als es bei einem Schulausflug in Deutschland üblich ist.






Hier werden die ohnehin tadellosen Parkbänke penibeslt mit kleinen Handfegern gereinigt. Damit auch bloß keine vergessen wird, gibt es noch jemanden, der mit dem Klemmbrett daneben steht und jede einzelne Sitzbank abhakt, nachdem sie auch wirklich sauber ist.
Es wäre also auch die Frage geklärt, warum die Arbeitslosigkeit in Japan so niedrig ist!
















Wer denkt nicht sofort an einen Kimono, wenn es um Kleidung in Japan geht? So farbenfroh wie man denken könnte, geht es im Alltag gar nicht zu.
Im Winter trägt man ausnahmslos schwarze Schuhe und schwarze Jacken oder Mäntel, sodass es unseren Kinder schon unangenehm ist, dass wir die einzigen Menschen mit farbigen Winterjacken in der Bahn sind. Darunter trägt man ebenfalls schwarz, vielleicht mal ein gewagtes schwarz-weiß gestreiftes Oberteil oder auch dunkelblau, wenn man richtig aus der Reihe fallen will.
Diese Kleidungsordnung ändert sich schlagartig, sobald das Thermometer 20 Grad Celsius anzeigt. Dann tragen Männer wie Frauen, alt und jung, plötzlich ausschließlich weiß oder wahlweise beige.
Auffallend ist nicht nur der konsequente Farbwechsel. Tatsächlich wird die Kleidung länger je wärmer es wird. Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein, läuft der deutsche Expat im T-Shirt durch den Park, während der Rest der hiesigen Bevölkerung in langen Hosen, Longsleeves & Handschuhen gekleidet ist. Im Winter geht es da definitiv freizügiger zu.
So unscheinbar die Farbwahl bei der Kleidung, so bunt die Farben der zahlreichen Anhänger an den Handtaschen und Rucksäcken. Erstens sieht man hier niemanden, aber auch wirklich niemanden ohne eine Art von Tasche rumlaufen. Zweitens ist bei dem Accessoires Nummer 1, der Schlüsselanhänger, in Farbe, Form und Anzahl keine Grenze gesetzt.
Ich frage mich wie das mit den schlichten Outfits und vor allem dem sonst so ausgeprägten Sinn für Hygiene zusammenpasst. Während Mathea einen Anhänger süßer findet als den anderen, schüttelt es mich bei dem Anblick der plüschigen Accessoire meist nur.
… interessiert das in Japan wirklich niemanden.
Hier fällt kein Sack Reis um, da die Reissäcke ausschließlich gestapelt gelagert und, entgegen der sonstigen Verpackungsgrößen im Kinderkaufladenformat, erst ab 2kg zum Verkauf angeboten werden.
Der Japaner sucht im deutschen Supermarkt vermutlich vergeblich die Europaletten mit Reis.







Beim Spaziergang im Park könnte man meinen, man wäre auf einem Festivalgelände gelandet, doch die Zelte werden lediglich zum Schutz vor Sonne, Wind & was auch sonst das gemütliche Picknick unter den Kirschblüten stören könnte, aufgestellt.















Nachdem ich mich schon von Duolingo in den Bann habe ziehen lassen und fast täglich eine Stunde mit der App Japanisch lerne, kann ich inzwischen tatsächlich schon einige Worte verstehen und Schriftzeichen lesen (das macht mir am meisten Spaß), während ich eine Niete im Schreiben bin, aber auch gar kein Motivation dafür habe, dies zu lernen.
Die Sprachlern App bietet zwar ausreichend Suchtgefahr und ist wirklich gut aufgebaut. Mir fehlt allerdings die Konversation, um auf kleinere, einfache Unterhaltungen eingestellt zu sein.
Nun hatte ich die Wahl zwischen einer Unterhaltung mit irgendeiner KI oder einem Sprachkurs. Ich habe nichts von beidem gewählt und das ausprobiert, was direkt um die Ecke ist.
Eine Art Gemeindezentrum hier in der Mall direkt nebenan, bietet interkulturelle Begegnungen und auch Japanischstunden an. Dort verbringen Menschen ehrenamtlich den Vormittag, um Leuten wie mir (hier sind es oft BOSCHler Frauen, da der neue Headquarter direkt nebenan ist) diese schwierige Sprache im Einzelunterricht beizubringen. 90 Minuten für 100¥, gut 0,60 €, da lacht das Schwabenherz!
Es handelt sich natürlich nicht um Fachpersonal und so war der Einstieg erstmal gewöhnungsbedürftig, da mein Gegenüber auch nicht ganz flüssig im Englischen war. Am Ende habe ich in den ersten 90 Minuten jedoch eher gelernt was ich wirklich brauche, als mir Duolingo bisher geboten hat.
Ich kann nun nicht nur sagen wie ich heiße, wo ich herkomme, was ich arbeite und mag, sondern endlich auch zwei Bier auf Japanisch bestellen: Biiru nihai onegaishimasu🍻
Entsprechend treffe ich mich nächste Woche wieder mit meinem neuen Freund Hiroji-san und hoffe, noch mehr solch überlebenswichtigen Formulierungen zu lernen.
乾杯!
Ich wusste gar nicht, dass die deutsche Sprache so angesagt ist, dass man sie auf Kleidern und Accessoires trägt!










Die Infos zur japanischen Toilette habt ihr ja schon, nun noch ein paar Details zum Rest des Apartments.
Unsere Adresse kennt ihr bereits, auf Google Maps könnt ihr uns dennoch nicht finden, da das Gebäude neu ist.
Wir wohnen im Stadtteil Center Kita. Übersetzt bedeutet dies „das Zentrum des Nordens“ und beschreibt die Lage in Yokohama ganz gut. Genau genommen wohnen wir zwischen Yokohama und Tokio, was wir beides ähnlich schnell erreichen.
Vorm Haus haben wir Bushaltestellen und Taxistände, daneben die Metro und auf der anderen Seite eine Autovermietung, sodass wir uns nun gegen ein Auto entschieden haben, auch wenn der Tiefgaragenplatz schon gebucht war.
Mit Gesichtserkennung kommen wir durch die Eingangstür zum Aufzug. Daneben findet sich gleich das erste Highlight: Paketboxen. Während sich der Empfang von Paketen auf unserem Grundstück in Gerlingen trotz Abstellgenehmigung gern wie die österliche Eiersuche gestaltet, findet man hier seine Post einfach in den dafür vorgesehenen Boxen, die man über einen Code öffnet. Mein persönlicher Traum!
Mit dem Paket in der Hand geht’s dann in den 9. bzw. 10. Stock, die obersten Stockwerke des Gebäudes. Mathea erzählt gern, dass wir mit dem Aufzug direkt ins Schlafzimmer fahren können, tatsächlich steigen wir aber meist bereits im 9. Stock aus.
Auf dem ersten Stockwerk haben wir den Wohn-/Essbereich mit Küche und Bad, im oberen Stockwerk, dort kommen wir auch über eine Treppe hin, sind die Schlafzimmer und sogar noch eine zweite japanische Toilette. Darüber dann die Dachterrasse.
Da wir die ersten Mieter sind, ist alles schön neu und es gibt nichts zu beanstanden. Tatsächlich wird hier sogar ein weiterer Einrichtungstraum wahr: Wandschränke. Die sind nicht nur praktisch, weil man keine kaufen muss, sondern sind vor allem deswegen eingebaut, da sie bei einem Erdbeben nicht umfallen und ein Verletzungsrisiko darstellen können.
Auf ein Erdbeben wartet Konstantin bereits gespannt. Ich bin da persönlich nicht so interessiert dran, auch wenn die Fluchtwege bekannt sind und das KatastrophenSet zur Einrichtung gehört.
Wir fühlen uns sehr wohl in unseren neuen vier Wänden, auch wenn man trotz Neubau feststellt, dass hier nicht alles den deutschen Bausstandards entspricht. Von denen sagt man ja ohnehin, dass sie völlig übertrieben wären, deswegen lässt man hier lieber zwischen Wand und Fenster einen kleinen Spalt, durch den immer eine kleine Brise weht, sodass das morgendliche Lüften geradezu überflüssig wird. Da wir den Luxus einer Fußbodenheizung (unsere Kinder liegen in ihrer Freizeit eigentlich nur noch auf dem warmen Boden rum) und neue Klimaanlagen haben, haben wir es dennoch angenehm warm.
Das so vorbildliche Japan hat also nicht nur ein Problem mit Plastik, sondern auch mit der richtigen Isolierung, wenn es ums Klima geht.










Ich habe es kommen sehen!
Gleich in der ersten Woche habe ich ja das Müllgesetz von Tsuzuki eingehend studiert und, regelkonform wie ich bin, weitestgehend eingehalten.
Wenn ich ehrlich bin habe ich die TetraPaks nicht ausgespült, aufgeschnitten und aufgefaltet, dafür aber gebündelt, und vielleicht habe ich auch mal vergessen das Papier zu bündeln, wenn es schon ordentlichst in einer Kiste oder Tüte verpackt war, aber angesprochen fühle ich mich hier dennoch nicht.
Immer erst am Vorabend bringe ich den Müll runter, immer nur den Müll, der am nächsten Tag abgeholt wird. Damit bin ich auf den zehn Stockwerken aber ziemlich allein auf weiter Flur. Als Polizistentochter ist mir natürlich schon längst aufgefallen, dass ein Großteil der Bewohner (vermutlich die ausländischen Mitmenschen) die Müllregeln noch nie gelesen hat.
Es ist zu vermuten, dass sie diese Aufforderung ebenso wenig lesen, sodass ich schon sehr gespannt auf Post im kommenden Monat bin und darauf wie in Japan die 2. Mahnung so formuliert ist!


Walking the streets of Setagaya.







Nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat, war wohl heute ein guter Tag, um die Schirme zu trocknen.




Eine deutsche Bäckerei samt Café in Tokio zu führen, scheint sich zu lohnen!


Wer kennt sie nicht, die Winkekatze, die gar nicht winkt, sondern Glück & Wohlstand anlocken soll, wenn sie die rechte Pfote hebt. 🐾
Eine der Legenden beginnt mit einer Katze, die im Gotokuji-Tempel in Tokio geboren ist und einen Herrscher mit einer heranwinkenden Bewegung in den Tempel gelockt hat und ihn so vor einem Blitzschlag bewahrt haben soll.
Der Tempel wird daher auch Katzentempel genannt und überall locken die Katzen.
Wer sich das Glück in Form einer Katze aus Keramik kaufen möchte, muss früh aufstehen, die Schlange am Shop und am Automaten ist zu jeder Tageszeit lang!




Sagt natürlich jeder, wenn es um die japanische Sprache geht. Das ist korrekt und die Technik hat sich seit zehn Jahren, als ich das erste Mal vor lauter Schriftzeichen nur Chinesisch verstanden habe, deutlich verbessert.
Dennoch helfen die Übersetzungen hier oft nicht, da die Sprache einfach zu indirekt ist, um direkt übersetzt werden zu können. So ist man häufig nicht schlauer, wenn man den deutschen Satz liest, aber unterhaltsam ist es definitiv hin und wieder.
So wie hier auf dem Bild, wo das Brot als „zäher Stoff“ beschrieben wird. Aber vermutlich denkt „der Japaner“ genau so über dieses Lebensmittel, das in den Mahlzeiten des Alltags doch eigentlich gar nicht vorkommt.
Umso erstaunlicher, eine so süße Bäckerei und so leckere Brötchen vorzufinden. Denn die größte Challenge des Deutschen im Ausland bleibt die Suche nach gutem Brot!


Der japanische Brillenvogel liebt den Nektar der Kirschblüten und so sammeln sich Dutzende in den Bäumen🌸
Da TESLA fahren ja aktuell nicht so angesagt und die Ladeinfrastruktur Japans noch ausbaufähig ist, bin ich auf manuell umgestiegen und hab ein Rad gekauft, um mich in der näheren Umgebung schnell fortzubewegen.
Das ist eine gute Ergänzung zu Laufen & Metro. Auch wenn es doch recht hügelig ist, kann man überall gut fahren. Entweder gibt es Radwege oder die Wohngebiete sind so ruhig, dass einem kaum ein Auto begegnet.
Zudem kommt immer gleich der nächste Park, durch den man fahren kann. Dort stehen zwar überall Schilder „Walk the bike“, aber da sich da keiner dran hält, mache ich das auch nicht, um nicht aufzufallen.
Auffallen tue ich natürlich trotzdem. Nicht nur wegen der Haarfarbe, doch auch wegen der Wahl beim Modell des Rads. Typischerweise fahren Muttis hier ein Mamachari, ausgestattet mit zwei Kindersitzen oder Einkaufskörben. Da die Kinder schon zu groß dafür sind und der Rahmen einen wie der Affe auf dem Schleifstein sitzen lässt, hab ich mich aber doch lieber für den leichten Sportwagen entschieden. Um noch etwas mehr aufzufallen, trage ich Helm. Das macht komischerweise keiner, der ja sonst sehr sicherheitsbedürftigen Japaner.
So lange wie wir auf den ersten Schultag gewartet haben, so schnell ist die erste Woche an der DSTY vorüber.
Erste Kontakte wurden geknüpft und es gab bisher rein gar nichts zu bemängeln! Vielmehr werden bisher Dinge hervorgehoben, die besser sind als in den bisherigen Einrichtungen.
Angefangen beim Essen, das frisch für die Schüler zubereitet wird und deutsch-japanische Fusionsküche bietet sowie natürlich auch die Limo und Snacks, die es mit Fingerabdruck zu erwerben gibt, sodass wir vorm Heimweg noch jeden Tag schauen mussten, ob es etwas Gutes zum Nachmittag gibt.
Das große Angebot an AGs stößt auf große Begeisterung, nicht nur bei den Kindern! Hier wird alles an der Schule erledigt, was sonst zu Hause ab 16:30 Uhr bei den unterschiedlichen Vereinen auf dem Programm steht. Konstantin hatte viel Spaß beim Schwimmen und beim Baseball (dem Nationalsport Japans). Mathea darf sich im Kindergarten auch in AGs eingewählen, wenn die Eingewöhnung offiziell vorüber ist. Inoffiziell ist sie das bereits und der erste Kindergartenausflug mit dem Bus in einen Park steht auch schon an.
Es sind aber auch kleine Dinge, die das Leben an der Schule angenehm machen. Konstantin gefällt es zum Beispiel sehr, dass man im Klassenzimmer Hausschuhe trägt und meint, es wäre viel angenehmer als in Straßenschuhen zu sein. Ich bin großer Fan der Informationspolitik der Schule! Da kann man durchaus von lernen.
Zum Ende der Woche war auch die Sonne zurück, sodass wir gestern und heute endlich mit dem Rad zur Schule konnten. Metro und Laufen ist zwar angenehm und dauert nicht länger, aber wir fahren dennoch alle lieber Rad!



Endlich ist es soweit und Konstantin & Mathea dürfen ihren neuen Alltag und Freunde kennenlernen!
Auch wenn wir die Radstrecke schon getestet und für gut befunden haben, haben wir uns bei 0 Grad und Regen heute für die Bahn entschieden. Auch das ist eine gute Alternative. Da man leider mit der Metro schon ein Stück an der Schule vorbeiläuft, muss man noch 10 Minuten bis zur Schule laufen. Der Weg dorthin ist jedoch sicherer und entspannter als die Hasenbergstraße am Morgen!
Trotz Unsicherheiten überwiegt aktuell die Freude und positive Spannung, auch wenn sie bereits festgestellt haben, dass es hier anders ist; also vor allem erst einmal anders aussieht.
Während das Sportgelände inkl. Schwimmbad recht groß ist, sind die Klassenräume & Spielzimmer im Kindergarten eher kleiner als wir es kennen. Tatsächlich ist die Schule auch schon ein wenig in die Jahre gekommen. Das fällt einem natürlich besonders auf, wenn man wie ich von einer komplett neu renovierten und ausgestatteten Schule kommt. Ansonsten ist es geordnet wuselig wie an jeder anderen Schule und man wird überall freundlich begrüßt!
Mal schauen, was Konstantin später vom Schwimmbad und der Schwimm AG erzählt!
Auch ohne Fasching gibt’s Anlass zum Feiern und festliche Kleidung. Am 3.3. ist Mädchentag!
Man dekoriert vorher das Haus mit Puppen, Girlanden und Kirschblüten jeglichen Materials. Mädchen bekommen zur Geburt typischerweise ein Set Puppen geschenkt, das ein wenig an unsere Krippe an Weihnachten erinnert.
Die Puppen werden stufenweise mit festgelegter Hierarchie aufgebaut: Ganz oben das Kaiserpaar, darunter drei Hofdamen und auf der untersten Stufe fünf Musiker.
In der Edo-Zeit glaubte man, dass diese Puppen die bösen Geister einfangen und die Eigentümer beschützen können.
Wie ihr euch vorstellen könnt, ist Mathea von all dem total begeistert und so haben wir heute Vormittag auch ein wenig Mädchentag in Yukata und beim Wasserfarbenmalen gefeiert.
Währenddessen hat Konstantin seinen ersten Schultag, in den er trotz Aufregung & Angst dank seiner Offenheit gut startet ist, und gleich Anschluss bei den Klassenkameraden gefunden hat, wie die Lehrerin berichtet.





Chiba ist der nächstgelegenste Ausflug an den Strand und in die Natur an der Bucht von Tokyo und dennoch in einigen Ecken gar nicht touristisch überlaufen. Das wollten wir natürlich einmal testen und haben morgens eine kleine Rundfahrt gestartet.
Über die Aqualine, eine 15 km lange Kombination aus Unterwassertunnel und Brücken, die die Präfekturen Kanagawa und Chiba verbindet, sind wir in die Berge gefahren, danach zum Strand im Südwesten von Chiba und mit der Autofähre zurück nach Yokohama!
Severin hat uns wie ein Local durch den Verkehr kutschiert, sodass wir einen entspannten Tag bei 20 Grad und Sonnenschein hatten.
Das war ein guter Abschluss unserer Eingewöhunungszeit bevor es nun mit dem Alltag an der Schule/im Kindergarten losgeht, auf den sich die Kinder schon sehr freuen.








Es war schon klar, dass es keine große Party wird, wo wir noch nicht wirklich andere Leute kennen, aber heute Morgen wäre selbst die kleine Party fast gescheitert. Konstantin wollte sich schon dem Geburtstagstisch nähern als ich, sonst ja bestens organisiert, feststellen musste, dass wir kein Feuerzeug für die Geburtstagskerzen da haben. Zum Glück haben wir einen Gasherd und so haben die Kerzen noch rechtzeitig zum Geburtstagsständchen gebrannt.
Mit Restaurantbesuch & MarioKartRennen in der Spielhölle fiel der Geburtstag eher japanisch aus, Konstantin ist aber nicht weniger glücklich ins Bett gefallen heute Abend als nach einem Geburtstag in Gerlingen.



Wir nutzen unsere freie Zeit und besuchen Orte, die am Wochenende zu überlaufen wären wie heute das Sea Paradise, einem Mix aus Aquarium und Vergnügspark.
Die Distanzen sind hier meist recht groß und man muss mit der Bahn gern auch zweimal umsteigen, um irgendwo anzukommen, aber die Kinder bewegen sich inzwischen schon wie Größstädter mit der Metrokarte an den Drehkreuzen.
So haben wir heute tolle Meerestiere erlebt, vor allem ein lustiges Walross.
Wie überall an solchen Orten ist für alles gesorgt. Essen, Trinken, Toiletten im Überfluss. Hier haben sie sogar an die Lehrer gedacht, die ihre Klassen für Stunden auf dem Gelände springen lassen und selber im Teacher‘s Waiting Room chillen können bis der Spuk vorüber ist. Das ist doch wirklich mal ne schöne Einrichtung.
Mir persönlich hätten die Tiere im Wasser gereicht, aber die Kinder mussten natürlich noch die Fahrgeschäfte testen. Also sind wir den Geländeplan abgelaufen und haben alles mitgenommen, was es im Angebot gab.
Zu meinem Erstaunen selbst die Achterbahn! Jeder weiß, dass mich so etwas gar nicht reizt, mir das viel zu hoch und überhaupt zu risikoreich ist. Konstantin war ebenfalls dieser Meinung und ihm war klar, dass er da keinen Fuß reinsetzt, während Mathea natürlich unbedingt Achterbahn fahren wollte. So waren Mathea und ich also knapp drei Minuten für knapp 1,5 km mit 75 km/h in 44m Höhe unterwegs. Die SilverStar-Fahrer können darüber vermutlich nur müde lächeln, aber auch, wenn es nicht sooo schlimm war wie befürchtet, war es für mich eine unfassbare Überwindung und mir bleibt ein Rätsel wie man daran Spaß haben kann. Mathea war während der Fahrt so still wie nie zuvor in ihrem Leben und meinte danach, dass sie wohl nie wieder Achterbahn fahren wird. Ein Glück!








Wir haben uns heute ein Auto gemietet und haben den ersten Ausflug in den Linksverkehr gewagt. Auch da geht es entspannt zu. Nur ich bin nicht ganz so entspannt, da die Straßen lediglich Einbahnstraßenformat haben und es dennoch Gegenverkehr gibt.
Der Weg lohnt sich aber, denn nach einer knappen Stunde ist man am Strand. 🏝️







Heute haben wir unseren ersten Sonntagsausflug gemacht und haben die Tempel in Kamakura besucht.
Dort sieht man neben Touristen den zweitgrößten Buddha Japans und viele kleine Buddhas zwischen Kirschblüte und kleinen Teichen.
Auch wenn man am Sonntag nicht allein im Tempel ist, kann man den Touristen Hotspot genießen, da es dennoch ruhig und immer Platz zum Laufen & Fotografieren ist.










Some no Komichi ist ein Festival, das an die Kunst des Färbens und des Siebdrucks in Shinjuku,Tokio erinnert. Daher werden an diesem Wochenende lange Stücke Kimono-Stoff als “Flussgalerie” auf Drähte über dem Fluss drapiert.
Das haben wir uns mal aus nächster Nähe angeschaut!








Deutsches Bio-Brot wäre wohl zu deutsch, daher lieber noch n bisschen Plastik drum herum, dann kauft‘s auch der Japaner! Immerhin mehr als weiße Toastscheiben im Minipack.
Aber wie Mathea gestern feststellte: „Man kann sich an alles gewöhnen.“ (Nur noch nicht an Wasser ohne Kohlensäure, wenn es nach ihr geht.)
Diese Woche hatten wir ein wenig an der DSTY zu tun, auch wenn die Kinder erst im März dort starten.
So konnten wir schon mal den Radweg zur Schule testen, der wunderbar ist, wenn auch am Schluss etwas steil. Auf den 2,5 km fährt man fast ausschließlich autofrei und auf dem kurzen Stück im Wohngebiet kommt selten ein Auto. Da geht es in der Hasenbergstraße am Morgen definitiv rauer zu. Mal schauen, ob ich den Weg im Sommer immer noch genießen kann. Abgesehen von der Hitze, die uns dann vermutlich Bahn fahren lässt, gibt es dort wohl Schlangen oder Tausendfüßler im Hochsommer.
Mathea hat ihre Erzieher kennengelernt und wir haben alle Formalitäten erledigt. Für Konstantin haben wir ein Mensakonto samt Fingerabdruck eingerichtet, sodass er sein Mittagessen und Snacks bargeldlos zahlen kann. In der Mensa wird frisch gekocht und alle sind unglaublich freundlich, sodass Konstantin schon meinte, es könne nur besser sein als in Gerlingen (aber das ist in Sachen Mensa ja auch keine Schwierigkeit).
Insgesamt ist an der DSTY alles bestens organisiert, sodass wir gut über alles mögliche informiert sind und schon gespannt auf den Schulstart warten!







So ist es!
Ich habe bereits die freundliche Mitarbeiterin im Supermarkt erwähnt, die ganz und gar keine Ausnahme war.
Egal, ob beim Lebensmittelkauf, beim Kauf einer Metrokarte oder unserer Fahrräder, es wird kein Englisch gesprochen!
Das scheint zunächst eine Hürde zu sein und so mancher Prozess dauert insgesamt am Anfang auch mal etwas länger, nichts desto trotz wird einem überall in Kürze höflichst mit zwei Händen das erworbene Produkt überreicht, sich x mal bedankt und man wird freundlichst verabschiedet.
Das hilft nicht nur dabei, sich beim Einkauf wohlzufühlen, es ist generell eine ganz tolle Erfahrung, wenn man sonst (wie ich als Hessin) nach wie vor mit der schwäbischen Freundlichkeit zu kämpfen hat.
Mein Chef und die Schulleitungen der beruflichen Schulen allgemein wären auf jeden Fall gut beraten, sich nach einer Kooperation in Japan umzuschauen, um unseren Einzelhändlern mal zeigen zu können, was man unter Kundenservice eigentlich wirklich versteht!
Die Gewinner sind: Uli D., Jule P. & Martina M. 😀







Heute habe ich die Gelegenheit genutzt und bin ohne Kinder einkaufen gegangen.
Am Samstag ist es nicht anders als in Deutschland laut und voll. Hier fängt sogar der geduldige & höfliche Japaner mal fast an zu drängeln, um durch den Gang zu kommen.
Während es ja vieles im Mini-Format gibt, scheint es Äpfel nur in Super-Size zu geben.
Der halbe Laden besteht aus dem Angebot von Fisch & Fleisch, ein weiteres Viertel aus Fertiggerichten. Davon haben die Leute reichlich im Einkaufskorb. So gesund wie alle denken, scheint nicht jeder zu leben. Darüber hinaus sieht man vor allem wieder Plastik, Plastik und Plastik.
Es dauert eine Weile bis ich etwas, in meinen Augen, Essbares/Kochbares gefunden habe.
Der entschleunigende Teil beginnt dann in der Schlange vor der Kasse, wo man sich geduldig mit ausreichend Abstand einreiht. Während man in Deutschland gefühlt schon den Einkaufswagen des Hintermanns in den Hacken spürt und in das genervte Gesicht der Kassierin schaut, steht man hier einfach ruhig in Reih und Glied und wartet bis man höflichst aufgefordert wird, an die Kasse zu kommen. Dort STEHT die Kassierin (tatsächlich fast immer Frauen) nimmt die Produkte übervorsichtig aus dem Wagen, scannt sie sorgfältig und legt sie feinsäuberlich mit Bedacht zurück in den Einkaufskorb. Es ist faszinierend anzuschauen wie liebevoll mein Einkauf behandelt wird, den ich eine Minute später wieder völlig ohne Struktur und auf die Schnelle in meine Tasche werfe.
Darauf musste ich allerdings etwas warten, da mir nicht klar war, dass man in diesem Laden tatsächlich nur Cash zahlen kann. Nun musste ich der armen Verkäuferin klar machen, dass ich nicht zahlen kann, da ich es nicht gewohnt bin Bargeld bei mir zu haben. Sofort eilt per Knopfdruck Hilfe herbei, die mir erklärt, wo der ATM zu finden ist. Der spuckt allerdings nur meine Karte wieder und kein Geld aus, sodass ich notgedrungen über die Straße zum nächsten Bankautomaten laufen muss, wo es endlich klappt.
In der Zwischenzeit wurde mein Einkauf gründlich zur Seite gestellt und mit dem Kassenbon versehen, wo die Verkäuferin gleich wieder lächelnd auf mich zukommt, um mir die Einkäufe zu überreichen.
Ohne diese Freundlichkeit wäre ich vermutlich völlig entnervt, so ist mir einfach nur warm vom Hin- und Herrennen und freue mich auf frische Luft beim Heimlaufen!



In Deutschland ist der Kaugummiautomat so gut wie ausgestorben, hier stehen jung wie alt vor den Automaten, die es hier zu tausenden gibt.
Noch müssen wir natürlich an jedem anhalten! Gezogen haben wir zum Bedauern der Kinder noch nichts.
Während uns viele um das gute Essen in Japan beneiden, ist es mit Kindern eine Herausforderung etwas zu finden, was über Pizza, Pasta & Burger hinaus geht und dennoch schmeckt.
Der erste Restaurantbesuch war zum Glück auch für Mathea bei japanischem Schnitzel und Reis erfolgreich.
Der Vegetarier hätte das Restaurant allerdings mit knurrendem Magen verlassen…
Wem die zahlreichen Funktionen der japanischen Toilette noch nicht Luxus genug sind, darf noch einen flauschigen Bezug in verschiedenen Farben und Mustern wählen!
Nach dem Tag im Zoo waren wir müde und hungrig, sodass wir noch schnell durch den Supermarkt geflitzt sind. Aus Mangel an Alternativen habe ich auf die Schnelle zu Scheiblettenkäse gegriffen.
Zu Hause angekommen, hole ich die folierten Käsescheiben aus der Packung und lege sie auf die Arbeitsfläche neben den Kühlschrank.
Konstantin will den Tisch decken, nimmt den Stapel Plastikkäse in die Hand und fragt: Ist das ein Kühli?
Ist ja auch wirklich schwer zu glauben, dass man so etwas essen kann.
Wie überall sind die Kinder auch hier im Zoo am Besten unterhalten. Wir hatten einen tollen Tag im Zoorasia, Yokohama, wo wir während der Woche fast alleine waren!
Auf dem Rückweg hatten wir jedoch die erste Rushhour-Experience, wo wir wie die Sardinen im Bus gedrängt standen.







Welche Verbindung gibt es zwischen diesem Mann und Marburg?
Meist hört man wie voll die Bahnen sind in den japanischen Städten, doch wenn nicht gerade Rush Hour ist, sieht es nicht anders aus als zwischen Gerlingen und Stuttgart.



Heute sind wir mit dem schnellsten Aufzug Japans zur Aussichtsplattform des zweithöchsten Gebäudes Japans gefahren, auch wenn die Sicht durch extreme Winde, nicht ganz so weit war.
Der Landmark Tower bietet den Touristen eine tolle Sicht auf Yokohama, Tokio und Mount Fuji.
Die Kinder waren vor allem mit Stempeln an verschiedenen Stellen beschäftigt, nachdem man am Eingang eine leere Postkarte erhalten hat. Für uns neu und eine nette Beschäftigung, für die Japaner tatsächlich Tradition wie ich gelernt habe.
Man unterscheidet Eki Stempel, die schöne Landschaften zeigen und an Bahnhöfen und in Städten zu finden sind, und Goshuin Stempel, die Kalligraphie und bspw. ein Gedicht oder Mantra enthalten. Diese findet man an Tempeln und Schreinen.
So fanden das Stempeln nicht nur die Kinder gut, sondern auch Rentnerehepaare hielten an den Stempelstationen, um sich ihre Zeichentrickfigur zusammenzustempeln.






Es gibt einige Nachfragen zum Innenleben unserer Wohnung. Auch wenn die netten IKEA-Mitarbeiter und Konstantin wirklich alles geben, fehlt es noch am Feinschliff. Wenn wir am Wochenende fertig geschraubt haben, gibt’s ne kleine Vorstellung.
Mein erster angewandter Satz auf Chinesisch: „Zwei kalte Bier bitte!“
Mein erster Satz auf Japanisch: „Haben Sie Wollwaschmittel?“ bzw. „Haben Sie Tintenkiller?“
Während ich auch nach 10 Jahren noch zwei Bier auf Chinesich bestellen kann, weiß ich schon nicht mehr wie ich auf Japanisch zum Wollwaschmittel komme. 😀
Wenn ich mir nicht gerade die Zeit mit meinen Kindern in Yokohama vertreiben würde, würde ich im Fach „Interkulturelle Kompetenz“ meiner Klasse aktuell etwas von Wahrnehmung und Wortbedeutung erzählen.
Dafür sammeln wir hier reichlich Praxisbeispiele: Was versteht man also unter einem Park?
Während ich durch die Erfahrung in Shanghai darauf eingestellt war, so gut wie keine Grünfläche in der direkten Umgebung zu haben, war ich positiv überrascht, dass wir einen, für hiesige Verhältnisse, großen Park direkt nebenan haben, der eben so aussieht wie ich es auch in China kennengelernt habe.
Als ich meiner Entzückung über diese Tatsache Ausdruck verleihe sagt Konstantin nur: „Ich will dann aber noch zu dem richtigen Park, mit einer GRÜNEN WIESE.“
Auch wenn ich mir einen Park eigentlich auch so vorstelle, werde ich ihn enttäuschen müssen. Den werden wir hier wohl nicht finden.
Ich freue mich dennoch über ein bisschen Natur in der Millionenstadt!





Es bestätigt sich, dass die Preise in Japan so hoch sind wie alle behaupten. Man kann ganz klar von der asiatischen Schweiz sprechen. Sie sind nicht nur pünktlicher oder gründlicher bei der Mülltrennung als die Schweizer, sondern definitiv auch teurer.
Der Wechselkurs ist zwar aktuell nicht schlecht, aber die Preise sind dennoch einfach hoch. Genau genommen, sind die Preise für ein Produkt nicht unbedingt höher, aber die Packungsgröße ist deutlich kleiner. Ich würde sagen, selbst zu klein für einen 1-Personen-Haushalt, aber ganz sicher zu klein für das, was bei unserer Großfamilie teilweise so gekocht wird.
Ist ja klar, sonst würden sie ja auch nicht in die Miniaturküche passen. Allerdings würde ich den Japanern gerne raten, doch wenigstens bei Obst und Gemüse das Plastik wegzulassen, dann hätte ich schon weniger Stress bei der Mülltrennung (ganz abgesehen vom Klimawandel).



Man kennt ja die Dokumentationen über Japan, in denen immer die enge Metro oder das Kapselhotel mit Schlafplatz im Miniformat vorgestellt wird. Ich wusste aber nicht, dass wirklich alles so klein ist!
Obwohl wir ein für japanische Verhältnisse übermäßig großes Apartment haben, ist darin doch vieles winzig und niedrig. Glücklicherweise passen wir mit unserer Körpergröße ganz gut in die Umgebung, stelle mir beim Zähneputzen aber gern vor wie einige unserer Freunde, das Waschbecken auf Kniehöhe hätten, beim Duschen den Kopf schräg halten müssten und in der Küche permanent an die Abzugshaube stoßen würden, wo es größentechnisch zugeht wie in Matheas Kinderküche.
Zugegebenermaßen würde ihr Spielgeschirr besser in die Spülmaschine passen als unseres. Daher ist auch das Spülbecken mindestens doppelt so groß, denn so richtig taugt diese Spülmaschine nichts. Ich weiß gar nicht, was die ganzen BOSCHler hier treiben, dass da noch nichts besseres eingebaut wird. Hier gibt’s definitiv noch Potential, falls der eine oder andere Gerlinger noch eine Herausforderung braucht.
Unser Haus und die historischen Häuser im Park nebenan!





Das ist die Frage, die bisher am häufigsten zu unserem neuen Zuhause gestellt wurde.
Natürlich darf diese im japanischen Apartment nicht fehlen. So wird der Sitz automatisch geheizt, es wird von allein gespült und es gibt selbstverständlich noch einige weitere Funktionen, wobei sie bisher weder Musik noch Vogelgezwitscher abspielt. Details könnt ihr bei den Kindern erfragen, die gerne alle vorhandenen Knöpfe bedienen.
Interessant dabei ist, dass zwar der Toilettensitz beheizt ist, der eigentliche Raum jedoch weder über eine Heizung noch eine Klimaanlage verfügt und entsprechend kühl ist, obwohl es sich um einen Neubau handelt. Entsprechend freut man sich über etwas Wärme von unten bei den winterlichen Temperaturen.
Matheas Fazit zur japanischen Toilette: „Ich sitze auf der Toilette und lass‘ es mir gut gehen.“
Also, eine absolute Kaufempfehlung für alle, die schon mal über eine Anschaffung nachgedacht und so interessiert nachgefragt haben.
Bei meiner aktuellen Tätigkeit als japanische Hausfrau ist die Mülltrennung derzeit die größte Herausforderung.
Es wird nicht nur genau beschrieben, was wie wann in welcher Form gebündelt und in transparenten Tüten entsorgt werden muss, es ist außerdem festgelegt, dass ich den Müll bis 8:00 Uhr am Morgen raus bringen muss, auf keinen Fall aber schon am Vortrag in den Container werfen darf. Da bin ich doch sehr froh zu den Frühaufstehern zu gehören bzw. festzustellen, dass es die anderen Hausbewohner scheinbar auch nicht so genau nehmen und doch heute wie ich verbotenerweise schon etwas eingeworfen haben. Wenn da mal nicht die Müllpolizei aktiv wird.
Als wäre da nicht schon genug zu berücksichtigen, übe ich mich darüber hinaus im Origami von Tetra Paks. Diese müssen nämlich fabrikneu gespült, aufgetrennt und breit aufgefaltet werden.
Man könnte sagen, ich habe meinen Vollzeitjob schon gefunden!
Wenn du gern mal eine Hängematte hättest, funktioniere einfach deine Sonnenliege um. Man nehme zwei Bäume und zwei Stricke, fertig ist der neue Sonnenplatz mit Schwungkraft!
… sind wir gereist und gut angekommen!
Wir wurden direkt von Mount Fuji begrüßt, den wir sogar auch von unserer Wohnung aus sehen können.
Es ist schön, gleich ins neue Zuhause zu kommen. Nun ist jeder in seinem Zimmer und richtet ein.
Nach dem Motto: Our Life in a Suitcase (or nine) sind wir schwer bepackt zum Flughafen gefahren. Zwei Autos waren sogar nötig, um uns vollständig nach Frankfurt zu bringen. Dank der lieben Familie, alles sehr entspannt und komfortabel!
Nachdem wir alles erfolgreich abgegeben und durch den Zoll gebracht haben, sind wir nun bereit für den Abflug. Ich hoffe, wir sitzen im richtigen Flugzeug. Es sind wenige Japaner im Flieger und um uns rum wird ausschließlich Französisch gesprochen 😀
Nach vielen Stunden Packen und Verabschieden sind wir inzwischen dem Flugafen schon etwas näher und werden in Marburg noch ein wenig verwöhnt, bevor wir am Freitagmittag abheben!
Sobald wir es in Japan durch den Zoll geschafft haben, werde ich euch hin und wieder ein bisschen von der Ferne berichten und mit Fotos versorgen.